"Das große Tor sieht aus wie ein Fass. Wer die Breisachers besuchen will, muss da durch. Ist es offen, ist das wie eine Einladung, sich den Bauerngarten, der oasenartig an das Haus und die ehemaligen Scheunen und Stallungen grenzt, anzusehen, dabei vorbeigehend an altem Winzerwerkzeug, Fuhrwerken, Pferdegeschirren, Fässern und allerhand andere Dekoration. Wo ein Hohlraum entsteht, wird er begrünt, Schuhe oder kaputte Tonschalen auch."
"Das große Tor sieht aus wie ein Fass. Wer die Breisachers besuchen will, muss da durch. Ist es offen, ist das wie eine Einladung, sich den Bauerngarten, der oasenartig an das Haus und die ehemaligen Scheunen und Stallungen grenzt, anzusehen, dabei vorbeigehend an altem Winzerwerkzeug, Fuhrwerken, Pferdegeschirren, Fässern und allerhand andere Dekoration. Wo ein Hohlraum entsteht, wird er begrünt, Schuhe oder kaputte Tonschalen auch."
"Für Hans und Sibylle Breisacher ist der Garten die Seele des Hauses. Fast immer halten sie sich dort auf, was in Ihringen, der Winzergemeinde am südlichen Kaiserstuhl, nicht so schwer ist. Soll es doch der wärmste Ort in Deutschland sein."
"Für Hans und Sibylle Breisacher ist der Garten die Seele des Hauses. Fast immer halten sie sich dort auf, was in Ihringen, der Winzergemeinde am südlichen Kaiserstuhl, nicht so schwer ist. Soll es doch der wärmste Ort in Deutschland sein."
„Ich bin aufgewachsen mit Kühen und Pferden, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Dann kam der Traktor“, sagt er. Als er mit dem Traktor das Feld pflügte, ist ihm der Opa mit der Peitsche hinterhergerannt und schimpfte: „Du holst mir den toten Boden hoch. „Ich dachte nur: ,Hey Opa.‘ Heute weiß ich es besser.“ Hans Breisacher pflegt den Boden in seinem Garten, auf der Streuobstwiese, in den Reben, die er noch hat, wie andere den Lack ihres Autos. Er kann stundenlang darüber sprechen, dass die Mikroorganismen in der oberen Bodenschicht das A und O fürs Wachsen und Gedeihen sind. Der reiche Kompost, der in seinen Tonnen reift, ist ihm so wichtig wie die Früchte, das Gemüse, die Blumen, die hier wild nebeneinander wachsen. Sein Boden könne 200 Liter Wasser in der Stunde aufnehmen. Der auf den herkömmlich bewirtschafteten Äckern, wo durch Dünger und Ackergifte die Bodenlebewesen kaputt gemacht werden, nur 20. „Gesunder Boden minimiert Überschwemmungen.“ Und bringt Ertrag. „Man kann doch keine Kuh in die Wüste schicken.“
„Ich bin aufgewachsen mit Kühen und Pferden, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Dann kam der Traktor“, sagt er. Als er mit dem Traktor das Feld pflügte, ist ihm der Opa mit der Peitsche hinterhergerannt und schimpfte: „Du holst mir den toten Boden hoch. „Ich dachte nur: ,Hey Opa.‘ Heute weiß ich es besser.“ Hans Breisacher pflegt den Boden in seinem Garten, auf der Streuobstwiese, in den Reben, die er noch hat, wie andere den Lack ihres Autos. Er kann stundenlang darüber sprechen, dass die Mikroorganismen in der oberen Bodenschicht das A und O fürs Wachsen und Gedeihen sind. Der reiche Kompost, der in seinen Tonnen reift, ist ihm so wichtig wie die Früchte, das Gemüse, die Blumen, die hier wild nebeneinander wachsen. Sein Boden könne 200 Liter Wasser in der Stunde aufnehmen. Der auf den herkömmlich bewirtschafteten Äckern, wo durch Dünger und Ackergifte die Bodenlebewesen kaputt gemacht werden, nur 20. „Gesunder Boden minimiert Überschwemmungen.“ Und bringt Ertrag. „Man kann doch keine Kuh in die Wüste schicken.“
Chayote, der wie Kohlrabi schmeckt...
Chayote, der wie Kohlrabi schmeckt...
"Oft bleibt Hans Breisacher, als er durch den Garten führt, stehen, zupft da etwas, dort etwas, steckt es sich in den Mund, gerade sind die Mirabellen reif. Jede Pflanze, jeder Baum hat seine Geschichte: Die Urwaldrebe aus dem Rheinwald, die Baumstämme hochwächst, der Mangold im Blumenbeet, die Schönheit von Kaki, Mispel, Maulbeere, Aprikose, der Indianerbaum, die eigene Paprikazucht, Bananen, Palmen, der Malabarspinat, Chayote, der wie Kohlrabi schmeckt, und die gesprenkelten Berner Landfrauenbohnen, der schöne Perlenschnurknöterich, der ächzende Lederhülsenbaum, der wahnsinnig schnell wachsende Blauglockenbaum und so geht das immer weiter. Jede Pflanze zieht etwas nach sich, Insekten, Vögel, Tiere. Schwalbenschwänze seien im Garten, der Wiedehopf, Hirsch- und Nashornkäfer, Bienenfresser, Eisvogel, „der holt sich die Fische aus dem Teich“. Schwalben und Libellen sowieso."
"Oft bleibt Hans Breisacher, als er durch den Garten führt, stehen, zupft da etwas, dort etwas, steckt es sich in den Mund, gerade sind die Mirabellen reif. Jede Pflanze, jeder Baum hat seine Geschichte: Die Urwaldrebe aus dem Rheinwald, die Baumstämme hochwächst, der Mangold im Blumenbeet, die Schönheit von Kaki, Mispel, Maulbeere, Aprikose, der Indianerbaum, die eigene Paprikazucht, Bananen, Palmen, der Malabarspinat, Chayote, der wie Kohlrabi schmeckt, und die gesprenkelten Berner Landfrauenbohnen, der schöne Perlenschnurknöterich, der ächzende Lederhülsenbaum, der wahnsinnig schnell wachsende Blauglockenbaum und so geht das immer weiter. Jede Pflanze zieht etwas nach sich, Insekten, Vögel, Tiere. Schwalbenschwänze seien im Garten, der Wiedehopf, Hirsch- und Nashornkäfer, Bienenfresser, Eisvogel, „der holt sich die Fische aus dem Teich“. Schwalben und Libellen sowieso."
„Wildkräuter sind sein Steckenpferd“, sagt Sibylle Breisacher. Er: „Alles was man essen kann.“ Er habe schon Kaffee aus Löwenzahnwurzeln kredenzt und die, die er damit bewirtete, hätten keinen Unterschied bemerkt. „Jede Pflanze hat für mich eine Daseinsberechtigung.“ Er komme noch aus einer Zeit, in der man Kraut von der Böschung holte, Brennnesseln, Wegerich, „du hast es wie Spinat gekocht.“
„Wildkräuter sind sein Steckenpferd“, sagt Sibylle Breisacher. Er: „Alles was man essen kann.“ Er habe schon Kaffee aus Löwenzahnwurzeln kredenzt und die, die er damit bewirtete, hätten keinen Unterschied bemerkt. „Jede Pflanze hat für mich eine Daseinsberechtigung.“ Er komme noch aus einer Zeit, in der man Kraut von der Böschung holte, Brennnesseln, Wegerich, „du hast es wie Spinat gekocht.“
"Er allein könne die Welt nicht retten, sagt Hans Breisacher. „Das tut in der Seele weh, wenn man das sieht, dass viele Menschen sagen, ich lebe heute, was nachher kommt, ist egal.“ Er will, was er Grundwert nennt, und es ist Grundwert auch wörtlich: „dass man die Böden wieder gesund macht“. Er hofft, dass seine Enkel das Wunder, das er täglich vor Augen hat, sehen. Die Kleinen haben ihre eigenen Beete im Garten. Die großen Player, die Industrie aber sei hintendran. So was wie der Gülletourismus, wo Gülle aus holländischen Schweinemastanlagen auf Böden etwa in NRW verklappt wird, ein Unding."
"Er allein könne die Welt nicht retten, sagt Hans Breisacher. „Das tut in der Seele weh, wenn man das sieht, dass viele Menschen sagen, ich lebe heute, was nachher kommt, ist egal.“ Er will, was er Grundwert nennt, und es ist Grundwert auch wörtlich: „dass man die Böden wieder gesund macht“. Er hofft, dass seine Enkel das Wunder, das er täglich vor Augen hat, sehen. Die Kleinen haben ihre eigenen Beete im Garten. Die großen Player, die Industrie aber sei hintendran. So was wie der Gülletourismus, wo Gülle aus holländischen Schweinemastanlagen auf Böden etwa in NRW verklappt wird, ein Unding."
Sibylle Breisacher ist auch für Hochprozentiges zuständig: "Ob sie auch einen Beruf hat? „Nein, ein Dutzend“, sagt ihr Mann und zählt auf: Hausfrau, Mutter, Krankenschwester, Köchin, Touristenführerin, Feriengästebetreuerin, Chauffeurin, Erzieherin, Winzerin, Gärtnerin, Brennmeisterin, Staubsaugerpilotin. „Hör auf“, wehrt sie ab."
Sibylle Breisacher ist auch für Hochprozentiges zuständig: "Ob sie auch einen Beruf hat? „Nein, ein Dutzend“, sagt ihr Mann und zählt auf: Hausfrau, Mutter, Krankenschwester, Köchin, Touristenführerin, Feriengästebetreuerin, Chauffeurin, Erzieherin, Winzerin, Gärtnerin, Brennmeisterin, Staubsaugerpilotin. „Hör auf“, wehrt sie ab."